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Brief Mieterlass

Liebe Eigentümer*innen

Aufgrund der Coronakrise haben Tausende von Menschen ihre Arbeit verloren oder müssen in Kurzarbeit gehen und stehen vor einer finanziell ungewissen Zukunft. In dieser Zeit haben wir grosse Schwierigkeiten unsere Rechnungen zu bezahlen. Eine der grössten Belastungen stellt hierbei die Bezahlung unserer Mieten dar. Seien dies Mieten für unsere Wohnungen, oder für unsere Arbeitsorte.

Zurzeit beweisen überall in der Schweiz Menschen Solidarität. Solidarität wünschen wir uns auch von Ihnen. Wir bitten Sie uns die Mieten für die nächsten 3 Monaten zu erlassen. Gehen Sie auf Ihre Mieter*innen zu, antworten Sie uns per Mail oder bestätigen Sie öffentlich, dass Sie auf die Mieten verzichten wollen. Sollten Sie unseren Anliegen nicht nachkommen wollen, sehen wir uns gezwungen in den Mietstreik zu treten und kollektiv die Mieten in den nächsten Monaten zu verweigern. Wir danken Ihnen für ihr Verständnis.

Liebe Grüsse

Ihre Mieter*innen

P.S. Dies ist eine national koordinierte Aktion. Sie können ihren Mietenden auf diese Mailadresse antworten, die Rückmeldung wird weitergeleitet. Zum Schutz der Mietenden wurde die Nachricht jedoch anonym verschickt. Informationen zur Aktion finden Sie unter: www.mietstreik.ch


Fülle dieses Formular aus und sende es an deine Hausbesitzer*in, Immobilienfirma oder Verwaltung. Du bleibst dabei anonym und kannst trotzdem mithelfen Druck aufzubauen.


Ein paar der grössten Immobilienbesitzer*innen der Schweiz:

Allreal: info@allreal.ch
Die Allreal ist eine der grössten Immobilien-AGs der Schweiz. 2019 machte Allreal einen Gewinn von 66 Mio. Franken und hatte Mieteinnahmen von 204 Millionen Franken. Gleichzeitig machte Allreal mehr Geld als sonst weil sie wegen Steuersenkungen im Kanton Zürich weniger Steuern bezahlen mussten. Allreal macht Geld als Vermieterin von Häusern und auch als Generalunternehmerin (Häuser bauen für andere). Der CEO Roger Herzog verdiente 2019 730‘000 Franken (1.6 Mal soviel wie ein Bundesrat, 13 Mal soviel wie eine Pflegeassistentin). Allreal investiert vor allem im Raum Zürich. Z.B. baut sie momentan 80 Mietwohnungen im Grünhof-Areal und renoviert dort auch Häuser, wo sie die alten MieterInnen rausgeworfen hat. Die neuen Mieten können sie sich wohl nicht mehr leisten. Und auch sonst sind die Mieten von Allreal nicht günstig: Eine 1.5 Zimmer-Wohnung in Basel kostet 1440 Franken pro Monat.

ASGA: immo@asga.ch
Die asga-Pensionskasse investiert jährlich 150 Millionen Franken in Häuser. Dabei wollen sie ein „Marktgängiges und marktfähiges Mietzinsniveau“, d.h. möglichst viel Geld auf dem Rücken der Mietenden verdienen. Seit der Finanzkrise 2008 hat die asga ihre Investitionen in Häuser stetig erhöht und haben so zu den ständig steigenden Mieten kräftig beigetragen. Ein Beispiel ihrer Investitionen ist das Hochhaus „Solitaire“ in Horw. Dort kostet eine 2.5-Zimmer-Wohnung 1650.- Franken. Ein anderes Beispiel ist die Überbauung „Molina“ in Ittigen, ebenfalls mit 2.5-Zimmer Wohnungen für 1600 Franken im Monat.

Credit Suisse REF Siat: info.realestate@credit-suisse.com
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Helvetia Versicherungen: immo.bern@helvetia.ch
Die Helvetia ist eine internationale Versicherung mit Sitz in der Schweiz. 2019 hat die Helvetia insgesamt 7.5 Milliarden in Häuser investiert gehabt, was ihr Mieterträge von 252 Millionen Franken in die Kassen spülte. Davon behielten sie 151 Millionen Franken als reinen Gewinn. Zusätzlich investiert Helvetia noch durch Aktien in Häuser, z.B. hält Helvetia 10% der Allreal-Aktien. Die Helvetia will noch stärker in das lukrative Geschäft mit dem Auspressen der Mieter*innen einsteigen und hat darum 2019 die „Helvetia Asset Management AG „ gegründet, um einen eigenen Immobilienfonds zu haben.

Migros Pensionskasse: infobox@mpk.ch
Die MPK ist eine der grössten Immobilieninvestoren der Schweiz. Sie verfügte 2016 über Häuser im Wert von rund 5.4 Milliarden Franken. Die MPK hat einen „Fokus auf gute bis sehr gute Lagen in Gross- oder Mittelzentren inklusive zugehöriger Agglomerationen“. Sie trägt also massgeblich dazu bei, dass in Städten wie Zürich, Lausanne oder Genf sich Leute mit durchschnittlichem oder niedrigem Einkommen kaum mehr eine Wohnung leisten können. Die MPK hat 2012 Miethäuser, die seit den 1980ern nicht renoviert wurden zu überhöhten Preisen als Stockwerkeigentum verkauft um von den hohen Häuserpreisen zu profitieren.

Mobimo: info@mobimo.ch
Die Mobimo ist eine der grössten Immobilien-AGs der Schweiz. 2019 knöpfte Mobimo ihren Mietenden 125 Millionen Franken ab, 11 Mio. mehr als im Vorjahr. Das gab dann einen Profit von 103 Millionen. Insgesamt verfügt Mobimo über Häuser im Wert von 3.3 Milliarden Franken. Mobimo investiert besonders gerne in Zürich und Lausanne, also an Orten wo es wegen der Immobilienspekulation praktisch keine bezahlbaren Wohnungen mehr gibt. Ein Beispiel in Zürich ist das Labitzke-Areal, ein ehemaliges Industriegelände wo die billigste 3.5-Zimmer-Wohnung 2215 Franken im Monat kostet. In Lausanne wurde z.B. im Quartier Sous-Gare eine grosse Wohnüberbauung hingeklozt, wo sich seit ein paar Jahren nur noch reiche Leute eine Wohnung leisten können.

PSP Swiss Property: info@psp.info
PSP Swiss Property ist eine Aktiengesellschaft. Sie erhöhte den Gewinn 2019 um das eineinhalbfache auf 453 Mio. Franken. Investiert werden in Büro- und Geschäftshäuser. Alle zusammen sind 8 Milliarden Franken wert. Beispiele sind die Büroklötze an der Richistrasse, verschiedene Gebäude an der Bahnhofstrasse und das Löwenbräu-Areal in Zürich, der Grosspetertower in Basel oder die Gurtenbrauerei-Überbauung in Bern. PSP profitierte in den letzten Jahren durch die Niedrigzinsen und höheren Mieten von der Immobilienblase. Gleichzeitig zahlte PSP wegen der Unternehmenssteuerreform weniger Steuern und machte so Gewinn auf Kosten der Allgemeinheit. PSP Swiss Property wurde 1999 vom Versicherungskonzern Zurich gegründet und ging 2000 an die Börse.

SBB Immobilien: im-kommunikation@sbb.ch
Die SBB ist der zweitgrösster Immobilienkonzern der Schweiz. Mitten in der Finanzkrise 2008 wurde „SBB Immobilien“ als eigene Abteilung gegründet, heute Arbeiten um die 950 Leute dort. Die SBB-Grundstücke liegen an bester Lage rund um die Bahnhöfe in den Städten. Die SBB probiert, diese Grundstücke möglichst teuer zu verkaufen bzw. zu überbauen. SBB Immobilien ist die Geldkuh der SBB und finanziert andere Bereiche wie die SBB-Pensionskasse quer, die selbst wieder in Immobilien investiert. Die SBB Immobilien tragen stark zu den völlig überrissenen Mieten in Stadtzentren von Zürich oder Lausanne bei. Ein Beispiel ist die Zürcher Europaalle, wo sich ein Büroturm an den anderen zwängt und und 3.5-4.5-Zimmer Wohnungen 3400 bis 5630 Franken pro Monat kosten. Nur wo von der Bevölkerung Druck auf SBB Immobilien ausgeübt wird, ist diese bereit, auch Häuser für Leute zu bauen, die nicht enorm reich sind. Kommt dazu, dass die SBB in Staatsbesitz ist, aber wie eine x-beliebige Profitklitsche funktioniert.

Swiss Life „Asset Management“: info-ch@swisslife-am.com
Swiss Life ist eine der grössten Versicherungen Europas. 2019 investierte verwaltete Swiss Life 254 Milliarden Franken. Davon waren 21% in Immobilien investiert, also 53.3 Milliarden Franken. Damit ist Swiss Life die grösste Immobilieneigentümerin der Schweiz. Dabei kauft Swiss Life entweder selber Häuser oder investiert in Immobilienfonds und Immobiliengesellschaften, wie z.B. die Swiss Prime Site AG. Swiss Life investiert nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa über Immobilienfonds in Häuser und baut diesen Geschäftszweig immer stärker aus. Swiss Life kauft andere Immobilienfirmen auf, so z.B. die BEOS AG in Berlin, eine grosse Investment-Firma in Deutschland. Dazu kommen noch Tochterunternehmen wie z.B. die TECHNOPARK Immobilien AG aus Zürich. Dazu kommt noch, dass Swiss Life nicht nur selbst in Häuser und Wohnungen investiert, sondern auch noch investitionen von anderen versichert und damit auch noch Kohle macht. Nur im Jahr 2019 versicherte sie 1.3 Milliarden Euro an Investitionen in Immobilienfonds. Swiss Life sagt zwar, sie würde bei Immobilieninvestitionen auf soziale Nachhaltigkeit schauen, sagt aber nicht was das konkret bedeutet. Immerhin haben sie laut eigenen Angaben bereits einigen Kleinunternehmen und Selbstständigen wegen Corona die Miete heruntergesetzt. Das sollte aber auch auf Leute gelten die eine Wohnung mieten und die Miete soll nicht nur herabgesetzt, sondern erlassen werden.

Swiss Prime Site: info@sps.swiss
SPS verdoppelte den Gewinn im 2019 im Vergleich zum Vorjahr auf 608 Mio. Franken. Ende 2019 verfügte die SPS über Häuser im Wert von 11,7 Milliarden Franken. Während in der Finanzkrise 2008 viele Leute ihren Job verloren und in den letzten Jahren die Wirtschaft wieder kurz vor dem Zusammenbruch steht, ist die PSP stark gewachsen und hat auf ehemaligen Industrieflächen teure Büroklötze hingestellt (z.B. Maag-Areal in Zürich). Die Swiss Prime Site AG wurde 1999 von den Pensionskassen von Siemens, der CS und der damaligen ‚Winterthur Leben‘ gegründet. 2005 übernahm sie durch Fusion die Maag Holding AG, 2013 wurde die Jelmoli Holding AG übernommen. Durch diese Übernahme der Liegenschaften der Jelmoli wurde Swiss Prime Site zur grössten Immobilien-AG der Schweiz. Die Swiss Prime Site investiert vor allem in grosse Büro- und Dienstleistungkomplexe. Beispiele sind der Stücki Park und der Messeturm in Basel, der Post-Hauptsitz im Wankdorf bei Bern, das Jelmoli-Gebäude an der Bahnhofstrasse in Zürich oder das Centre Rhône-Fusterie in Genf.

Swiss Re: investor_relations@swissre.com
Die Swiss Re ist eine Rückversicherung, dass heisst sie versichert andere Versicherungen. Sie investiert in zwei Arten in Immobilien. Zum einen durch ihre Pensionskasse. 2019 hatte Swiss Re über die Pensionskasse 923 Millionen Franken in Häuser investiert, davon 787 Millionen in der Schweiz. Mit diesen Investitionen machte sie 2019 einen Gewinn von 61 Millionen Franken. Zum anderen investiert Swiss Re durch die „Swiss Re Investments AG“ in Immobilien. Zu dieser Firma gibt es sehr wenige Informationen, sie hat nicht mal eine Homepage und wird auch im Geschäftsbericht der Swiss Re erwähnt. Sie investierte 2013 2.2 Milliarden in Immobilien.

UBS Property Fund Sima: ubs-am-wholesale-switzerland@ubs.com
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Zurich Versicherung: contact@zurich.ch
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